28.08.2026

Tramhaltestelle am Zürcher Bahnhofquai wird modernisiert

Seit Ende des 19. Jahrhunderts verkehren Trams am Zürcher Bahnhofquai. Heute nutzen täglich rund 44'000 Fahrgäste die zentrale Tramhaltestelle der VBZ. In einer Gesamterneuerung wird die Haltestelle modernisiert und barrierefrei gestaltet.

Die ANLIKER Bauunternehmung erneuert für die Stadt Zürich und die VBZ den Wartebereich der Haltestelle und verlängert diesen beidseitig. Es entsteht ein auskragendes Perrondach, das von 19 schlanken Betonstützen getragen wird. Um den engen Terminplan einhalten zu können, kommen wie geplant Schicht-, Wochenend- und Nachtarbeit zum Einsatz.

 

Bauen an der Verkehrsdrehscheibe

Die Baustelle befindet sich unmittelbar vor dem Zürcher Hauptbahnhof und ist umschlossen von Autoverkehr, Tramverkehr und Fussgängern. «Sie ist eine Insel, umflutet von Verkehr», sagt Christian Meier, Gesamtprojektleiter beim Tiefbauamt Stadt Zürich. Entsprechend ist Erfahrung beim Bau unter engsten Platzverhältnissen und eine durchdachte Logistik gefragt.

 

Ultrahochleistungs-Faserbeton

Vor Ort verbaut wird Ultrahochleistungs-Faserbeton (UHFB) nach einer eigens für dieses Bauwerk entwickelten Rezeptur. Zusammen mit dem Lieferanten und den Ingenieuren wurde die Sonderrezeptur über mehrere Muster geprüft, abgestimmt auf Farbton, Verarbeitbarkeit und Tragverhalten. UHFB stellt sicher, dass die Vorgaben der Denkmalpflege mit jenen der Betriebssicherheit vereinbar sind: Das filigrane Erscheinungsbild bleibt erhalten und hält dennoch einem möglichen Aufprall eines Strassenfahrzeugs stand.

 

Anspruchsvolle Schalungs- und Ortbetonarbeiten

Jede Stütze ist eine Einzelanfertigung mit eigener Schalung. Das abgerundete Dach weist sehr dünne Querschnitte auf, im Mittel nur 14 cm, und darin sehr viel Bewehrung auf engstem Raum. Der dichte Ultrahochleistungs-Faserbeton muss in dieser engmaschigen Bewehrung trotzdem überall sauber durchlaufen, und die Oberfläche muss Sichtbetonqualität aufweisen.

 

Hitze macht Handarbeit nötig

Dieser Beton enthält extrem wenig Wasser. Bei Sonne und Wind zieht die Oberfläche innert kürzester Zeit an, das Verarbeitungsfenster ist entsprechend eng. Gerade während der Hitzewelle in diesem Sommer ist deshalb an jedem Bauteil Nacharbeit von Hand nötig, bis die Oberfläche der geforderten Sichtbetonqualität entspricht. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern gehört fest zum Ablauf und erfordert erfahrene Mitarbeitende.

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