Mit der Sanierung der ersten und zweiten Röhre des Gubristtunnels erhöht das Bundesamt für Strassen ASTRA die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Nordumfahrung Zürich. ANLIKER übernimmt innerhalb der ARGE GUBRI primär den Ersatzneubau der Fahrbahnebene. Die technisch anspruchsvollen Hauptarbeiten stehen kurz vor Vollendung.
Der Gubristtunnel gehört zu den meistbefahrenen Strassentunneln der Schweiz. Nach der Inbetriebnahme der dritten Röhre werden die beiden seit 1985 genutzten Tunnelröhren 1 und 2 totalsaniert. Die Arbeiten umfassen die Erneuerung der Bausubstanz, die Absenkung der Fahrbahn um rund 30 cm, den Neubau des Werkleitungskanals sowie die Modernisierung der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung. Zusätzlich werden neue SOS-Nischen erstellt.
Leistungsstarke Arbeitsgemeinschaft
Die Arbeiten im Auftrag des Bundesamts für Strassen ASTRA werden durch die Arbeitsgemeinschaft GUBRI ausgeführt, bestehend aus Implenia (40 %, Federführung), WALO Bertschinger (30 %) und ANLIKER (30 %). Die drei Bauunternehmen vereinigen ausgeprägte Fachkompetenzen in den geforderten Arbeitsgattungen. Die Sanierung umfasst die beiden Tunnelröhren 1 und 2 mit einer Länge von jeweils 3.2 km. Von Juli 2023 bis Oktober 2024 wurde die Röhre 2 saniert. Seit Dezember 2025 laufen die Arbeiten in der Röhre 1, deren Abschluss für März 2027 vorgesehen ist.
Versetzen von über 1'000 Betonelementen
Die alte Fahrbahn und die Zwischendecke werden abgebrochen und neu gebaut. Innerhalb der ARGE GUBRI übernimmt ANLIKER insbesondere den Ersatz des «unteren Stockwerks»: Im Sohlebereich der Tunnelröhre befindet sich die neue Fahrbahnebene mit Werkleitungskanal im Bau. Es wird zuerst eine Betonsohle mit geglätteter Oberfläche erstellt. Danach werden darauf U-förmige, nach unten gerichtete Betonelemente in der Sohle aneinandergereiht versetzt, so dass sie den neuen Werkleitungskanal bilden. Um den Transport einzusparen, werden die Fertigelemente direkt auf dem Installationsplatz der Baustelle produziert.
Sohlbrücke für die Tunnellogistik
Nach der Produktion werden die Betonelemente mit einem Spezialtransporter durch den Tunnel zur Einbaustelle gebracht. Dort wird das Betonelement mit einer Sohlbrücke versetzt, einer weiteren technischen Sonderanfertigung. Die Brücke erlaubt es, dass Betriebsfahrzeuge in den hinteren Bereich des Tunnels fahren können, während unterhalb der Brücke gearbeitet wird. Für den Einbau des Elements klappt sich ein Bereich der Brücke auf und das Element wird mit einem Portalkran eingehoben. Mit einer hydraulischen Transportvorrichtung wird das Element danach unterhalb der Brücke präzise an die Einbaustelle verschoben und anschliessend hinterfüllt. Ergänzt werden die Arbeiten durch den Bau einer neuen Bergwasserleitung und Fahrbahnentwässerung. Die Sohlbrücke wird mit dem Baufortschritt jeden Abend um 21.3 m nach vorne geschoben.
«Die Tunnelsanierung bringt viele Herausforderungen mit sich: Logistik, Platzverhältnisse, Luftqualität, Arbeitssicherheit und Arbeitsabläufe sind zentrale Punkte», bilanziert Roman Kretschi, Projektleiter bei ANLIKER, und ergänzt: «Neben der Organisation ist vor allem der Einsatz der Mitarbeitenden entscheidend für den Erfolg.»